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Was ist Yoga?

Diese scheinbar einfache Frage entpuppt sich oft als komplexer als man zunächst denkt. Fragt man verschiedene Leute, dann halten viele Yoga für komplexe Körperübungen, die die Flexibilität erhöhen. Interessanterweise ist die körperliche Praxis des Yogas, so wie wir sie heute kennen, erst seit ca. 100 Jahren verbreitet, wobei die Körperübungen des Hatha Yogas an sich ca. 500 Jahre alt sind. Doch Yoga ist weit mehr als körperliche Ertüchtigung.  


Thomas Möllmann in Yoga-Position

Der typische Ablauf einer Yogastunde beginnt meist mit Atemübungen gefolgt von Sonnengrüßen. Die Sonnengrüße, Surya Namaskar, dienen in der heutigen Zeit dazu, den Körper aufzuwärmen für die folgenden körperlichen Übungen, die Asanas genannt werden. Die Asanas dienen dazu, Kraft und Flexibilität aufzubauen. Die Stunde endet immer mit einer Entspannungsphase, die wie der Name schon sagt, der körperlichen und geistigen Entspannung dient. Diese Phase ist entscheidend, da sie den Yogaschülern ermöglicht, die während der Übung aufgebaute Anspannung loszulassen und so zu einer inneren Ruhe zu finden.


Daher hilft Yoga auch so gut gegen Stress. Während der Praxis konzentriert man sich achtsam auf die Ausführung der Übungen und die Atmung, was hilft, den Geist von stressigen Gedanken der Arbeit und des Alltags abzulenken. Die Dehnung während der Übungen kann körperliche und seelische Blockaden lösen, was die abschließenden Entspannungsphase zu einer tiefen und erholsamen Erfahrung macht.


Neben den körperbetonten Übungen gibt es noch die geistige Komponente, die im Yogasutra genauestens beschrieben steht. Das Yogasutra ist eine der zentralen Schriften des Yoga und ist ca. 1.500 Jahre alt. Hier wird Yoga als ein Zustand beschrieben, in dem die Gedankengänge zur Ruhe kommen. Es geht also nicht um körperliche Übungen, sondern allein um die geistige Ausrichtung. Im Ursprung wurde durch Meditation versucht, diesen Zustand zu erreichen. Mit der Zeit erkannte man jedoch, dass auch körperliche Übungen eine ähnliche Wirkung auf den Geist haben können. Der Dalai Lama hat treffend gesagt, dass man meditiert, um einen flexiblen Körper zu bekommen. Im Yoga verfolgt man den umgekehrten Weg: Wir praktizieren körperliche Übungen, um einen ruhigen und klaren Geist zu erlangen.


Hier sind meine drei größten Benefits vom körperlichen Yoga:


  • Wird der Körper durch Yoga flexibler, wird auch der Geist flexibler. (Das hat nichts mit Intelligenz zu tun, sondern es geht um die Flexibilität des Geistes, es geht also um Offenheit, und Anpassungsfähigkeit wo es erforderlich ist. Man lernt neue Perspektiven einzunehmen und kann sich auf unterschiedliche Situationen einstellen.)

 

  • Ein stärkerer Körper führt auch zu einem stärkeren Geist. Wenn man mental stark ist, dann entwickelt man einen stärkeren Fokus und die Fähigkeit standhaft zu bleiben, wo es erforderlich ist auch wenn man gegen den Strom schwimmen muss.  

 

  • Der wichtigste Aspekt bleibt jedoch: Yoga ist der Zustand, wo der Geist zur Ruhe kommt.


Yoga ist also mehr als nur eine Reihe von Körperübungen. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Körper, Geist und Seele umfasst. Durch die Praxis von Yoga wird der Körper flexibler und stärker, was sich positiv auf den Geist auswirkt. Letztlich führt Yoga zu einem Zustand der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit, der weit über die körperliche Praxis hinausgeht. Ob durch die Dehnung der Muskeln oder die Meditation – Yoga bietet einen Weg, das Leben bewusster und entspannter zu gestalten.

73 Ansichten2 Kommentare

2 Comments


Eine schöne kurze Beschreibung von Yoga! Du beschreibst Yoga als Ganzes und verstehst es immer wieder (wie im Unterricht) die Spiritualität mit zu integrieren. Das finde ich klasse, denn Yoga hat es nicht verdient auf eine Sporteinheit heruntergebrochen zu werden! 👍

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Danke lieber Torsten, Wunderbar, dass es dir so gut gefällt. Ich mag es die Spiritualität, dann durch Yoga auch in den Alltag zu integrieren. Sonst hätte Yoga für mich keine Sinn und es wäre wie du schon erwähnt hast, eine Sporteinheit.

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